Infantino erhält 25 weitere Stimmen – Karibik stärkt FIFA-Präsidenten
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Verbreitung Weltmeisterschaft Zürich
Gianni Infantino erhält im Machtkampf um seine Wiederwahl als FIFA-Präsident wichtige Unterstützung. Die Karibische Fussballunion (CFU) stellt sich mit ihren 25 stimmberechtigten Mitgliedsverbänden geschlossen hinter den 56-jährigen Walliser. Damit wächst sein Rückhalt für die Präsidentenwahl am 18. März 2027 in Rabat erheblich. Gleichzeitig gerät die gemeinsame Oppositionslinie von UEFA und Concacaf zunehmend unter Druck.
Die CFU gab ihre Entscheidung am Freitag, 6. November 2026, bekannt. Von ihren insgesamt 31 Mitgliedsverbänden verfügen 25 über ein Stimmrecht beim FIFA-Kongress. Die Karibikverbände begründen ihre Unterstützung insbesondere mit den finanziellen Entwicklungsprogrammen des Weltverbandes und den Investitionen in die Fussballinfrastruktur.
Für den Schweizer Fussball ist die Entwicklung besonders interessant. Während Infantino international zusätzliche Unterstützung erhält, überprüft der Schweizerische Fussballverband seine Haltung gegenüber dem FIFA-Präsidenten. Die Position des Schweizerischen Fussballverbandes bleibt damit ein wichtiger Bestandteil des politischen Machtkampfs.
Karibik widersetzt sich dem eigenen Kontinentalverband
Die Entscheidung besitzt eine besondere politische Bedeutung. Die CFU gehört zur nord- und mittelamerikanischen Konföderation Concacaf, deren Führung gemeinsam mit der UEFA zu den schärfsten Kritikern Infantinos zählt.
Nun stellt sich ein bedeutender Teil der Concacaf-Mitglieder ausdrücklich hinter den FIFA-Präsidenten. Damit zeigt sich, dass die Haltung einer Kontinentalorganisation nicht automatisch von sämtlichen nationalen Verbänden übernommen wird.
Infantino war zuletzt mehrfach in der Karibik unterwegs und hatte intensiv um Unterstützung geworben. Besonders seine angekündigte Ausweitung der finanziellen Förderung kommt bei kleineren Fussballverbänden gut an.
Mehr Geld für den Fussball als entscheidender Faktor
Im Mittelpunkt stehen die Entwicklungsprogramme der FIFA. Für den kommenden Förderzyklus ist eine Erhöhung der finanziellen Beiträge von bisher zehn auf bis zu 25 Millionen US-Dollar pro Mitgliedsverband vorgesehen.
Ein konkretes Beispiel lieferte Infantino bei seinem jüngsten Besuch in Aruba. Dort kündigte er Investitionen von 5,3 Millionen US-Dollar für sieben neue Kunstrasenplätze an.
Für kleinere Verbände sind solche Infrastrukturprojekte von erheblicher Bedeutung. Sie schaffen Trainingsmöglichkeiten, verbessern die Nachwuchsarbeit und ermöglichen eine breitere Entwicklung des Frauen- und Männerfussballs.
Die Unterstützung der CFU ist dennoch nicht bedingungslos. Der Verband fordert gleichzeitig mehr Transparenz, verantwortungsvolle Führung und grundlegende Reformen innerhalb der FIFA.
Gescheitertes Investorenprojekt belastet Infantino
Hintergrund der Auseinandersetzungen ist insbesondere ein im Sommer 2026 bekannt gewordener Plan, private Investoren an kommerziellen Geschäften rund um die Fussball-Weltmeisterschaft zu beteiligen.
Die Pläne lösten erheblichen Widerstand aus. Auch innerhalb der FIFA gab es Kritik an den Entscheidungsprozessen und der vorgesehenen Beteiligung externer Geldgeber.
Infantino gab das Projekt nach massiven Protesten auf. Die Diskussion über Transparenz, Kontrolle und wirtschaftliche Einflussmöglichkeiten innerhalb des Weltverbandes dauert allerdings an.
Japaner Tashima und Schweizer Vega wollen antreten
Während Infantinos Unterstützung wächst, formiert sich die Konkurrenz. Der Japaner Kozo Tashima, langjähriges Mitglied des FIFA-Councils und ehemaliger Präsident des japanischen Fussballverbandes, kündigte seine Kandidatur an.
Auch der frühere Schweizer Nationalspieler Ramon Vega möchte bei der Präsidentenwahl antreten. Bis zum 18. November müssen die Bewerbungen beim Weltverband eingereicht werden.
Offen bleibt, ob die UEFA zusätzlich einen gemeinsamen Gegenkandidaten präsentieren kann. Als mögliche Persönlichkeit wird auch der frühere Arsenal-Trainer Arsène Wenger genannt.
Entscheidend wird sein, ob Infantinos Gegner ihre Stimmen auf eine gemeinsame Alternative konzentrieren können. Die Unterstützung aus der Karibik zeigt, wie schwierig dieses Vorhaben geworden ist.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert